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Archäologisches Museum Naxos (im Kastro)

Archäologisches Museum Naxos (im Kastro)

Als ich das Kastro von Naxos betrat – vorbei an den engen Gassen und den stillen venezianischen Mauern – zog mich ein Ziel ganz besonders an: das Archäologische Museum, das seit Jahrzehnten in einem historischen Gebäude über der Altstadt untergebracht ist. Der Weg dorthin führte mich über schmale Steinstufen, vorbei an alten Torbögen und Fassaden, die noch immer die Wappen venezianischer Adelsfamilien tragen. Trotz der spätsommerlichen Wärme war die Luft hier oben angenehm kühl und die Ruhe des Viertels verlieh meinem Besuch eine fast feierliche Stimmung.

Von außen wirkte das Museum schlicht, beinahe unscheinbar. Doch sobald ich die schweren Türen öffnete und den ersten Ausstellungsraum betrat, fühlte ich mich in eine andere Zeit versetzt. Der Duft alter Mauern, vermischt mit einem zarten Hauch vergangener Artefakte, empfing mich wie ein leises Flüstern aus der Vergangenheit. Die Räume waren hoch und lichtdurchflutet, und die alten Steinbögen des Gebäudes erinnerten daran, dass auch die Architektur selbst Geschichte ist.

Zuerst erkundete ich die Sammlung der kykladischen Kunst, für die Naxos so berühmt ist. Besonders faszinierten mich die Marmorfiguren aus der Bronzezeit – schlicht, stilisiert und dennoch voller Ausdruck. Jede schien ihre eigene Geschichte zu erzählen, auch wenn sie oft nur aus klaren Linien und reduzierter Form bestanden. Ich stellte mir vor, wie Menschen diese Figuren vor mehr als viertausend Jahren erschufen – und fühlte unerwartet eine Verbindung zu ihnen.

Weiter ging es durch Räume mit Keramik, Werkzeugen und Schmuck aus verschiedenen Epochen. Manche Stücke waren zart und elegant, andere robust und funktional. Besonders beeindruckte mich eine Sammlung fein bemalter Gefäße, deren Muster noch immer lebendig wirkten. Ich verweilte vor ihnen, betrachtete die Details und versuchte mir das Leben der Menschen vorzustellen, die diese Objekte einst benutzten.

Ein weiterer Raum war den römischen und frühchristlichen Funden gewidmet. Fußbodenmosaike, Grabreliefs und kleine Alltagsgegenstände erzählten die Geschichte eines Naxos, das im Laufe der Jahrhunderte viele Kulturen erlebt und aufgenommen hat. Die Vielfalt der Exponate ließ mich die Insel neu erleben – nicht nur als Urlaubsziel, sondern als jahrtausendealtes kulturelles Zentrum im Herzen der Ägäis.

Besonders bewegend war ein kleiner Balkon des Museums, der den Blick auf die Altstadt freigab. Ich trat hinaus und sah hinab auf das Meer aus weißen Häusern, das sich bis zum tiefen Blau des Wassers erstreckte. Der Kontrast zwischen der lebendigen Gegenwart draußen und den stillen, uralten Artefakten drinnen ließ mich die Bedeutung dieses Museums noch eindringlicher spüren. Es war, als verbände das Gebäude beide Epochen miteinander.

Als ich schließlich das Museum verließ und durch die engen Gassen des Kastro zurückging, nahm ich ein Gefühl tiefer Verbundenheit mit der Geschichte der Insel mit. Der Besuch hatte mir nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine stille, fast meditative Erfahrung – für einen Moment Teil einer weit größeren Zeit zu sein.

Das Archäologische Museum von Naxos ist nicht nur ein Ausstellungsort – es ist ein Fenster in die Vergangenheit, durch das man still, nachdenklich und bereichert wieder hervorgeht.

Karte – Route

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